Biblische Familien-Schule

Auch der EKD wird es mit ihrem Familienpapier und Gender-Institut nicht gelingen, biblische und menschliche Wahrheiten über Familiengründung und -leben auszuradieren. Wir müssen diese Wahrheiten nur wieder ausgraben, studieren, pflegen, üben, lehren und v.a. leben.

Befreit die Ehe vom Staat und von den Kirchen. Konkursverschleppung bei den großen Apparaten.

Nils Minkmar in der FAZ/FAS feiert ein „kluges Buch“ über den Wandel der Familien (siehe pdf hier), er meint das Buch „Kinder machen“ von Andreas Bernard.

Fasziniert ist Minkmar von Banalisierungen und Verführungen wie „Wichtig wurde der Vater, das macht diese Geschichte klar, nicht aufgrund der Blutsverwandschaft oder der Ehe mit der Mutter, sondern wegen der emotionalen Kreativität des Austauschs, weil sie zusammen Geschichten erzählten.“

„In Andreas Bernards großartigem Buch … wird die Familie als der Ort der kommunikativen Wertschöpfung beschrieben, und mehr noch: Der Autor wandelt Reportagen, … um in eine revolutionäre und bewahrende Geschichte der modernen Familie, der Familie im Zeitalter ihrer medizintechnischen Reproduzierbarkeit.“

Völlig zurecht beschreibt er: „Zuvor war es die Regel, dass in einem Haushalt etwa auch Kinder bereits verstorbener Ehepaare oder Geschwister aufgenommen wurden; dass man andere Kinder und Jugendliche zur Arbeit in Haus und Hof angenommen bzw. weggeben hat; daß die Männer in die Ferne zogen und andere ihren Platz einnahmen. Auch Haushalte, die nur von Frauen geführt wurden, waren keine Seltenheit.“

Und führt gar noch höheren Beistand für seine Thesen an: „..dass schon die Bibel darauf vorbereitet, eine anders zusammengesetzte, anders entstandene Familie zu erkennen und, mehr noch, zu ehren: In der heiligen Familie ist Maria die Leihmutter, Joseph der soziale Vater und der Heilige Geist der Spender.“ Oder die Bibel möchte nur betonen, wie außergewöhnlich und einzigartig Jesu Herkunft ist? Diese theologische Logik ist falschherum: deshalb werden nicht alle „anders zusammengesetzte(n)“ Familien besondere Sprösslinge haben…

Und macht auf Optimismus: „Bernard … wagt die entgegengesetzte These: Die neuen Familien beleben das Familienmodell und stellen es auf bessere Grundlagen, unabhängig davon, ob die Eltern nur gleichen oder verschiedenen Geschlechts, verheiratet oder durch andere Verträge verbunden, ob sie mit Hilfe medizinischer Verfahren oder durch Adoption zu Kindern gekommen sind.“.

Kein Wort also von der Entrechtung der Familie in den letzten 50 Jahren (siehe Schachtschneider), kein Wort von der Einmischung des Staates z.B. beim Scheidungsrecht und der damit verbundenen Entrechtung der Väter, kein Wort von der ökonomischen Beraubung der Familien (siehe idea Borchert) – die „neuen Famlien“ sind die Rettung der Familie – schöne neue Welt, im düstersten Sinne.

Die aktuelle Situation, das Elend der Familien ist zuerst und vor allem eine Bankrott-Erklärung der zwei großen Parteien, die sich bisher als Hüter und Garant der Familie gerierten, Kirche und Staat. So schreibt der liberale Historiker Bökenkamp hier über den brüchigen staatlichen Rahmen der Ehe: „Wer aber heute nach bestimmten Regeln heiratet, weiß nicht, nach welchen Regeln er morgen geschieden wird.“ (hier ein Artikel von Bökenkamp in eigentümlich frei auch aus 2011 zum gleichen Thema – sehr empfehlenswert!) Über die Kirchen Meike Büttner in European: „Ab dem zehnten Jahrhundert breitete die Macht der Kirche sich mehr und mehr aus und sie setzte eine monogame Konsensehe auf. Ab dem 13. Jahrhundert war die Macht der Kirche inzwischen sogar so ausgebreitet, dass nur die kirchliche Ehe ein Paar ermächtigte, zusammenzuleben.“

Im Wirtschaftsleben heißt das Konkursveschleppung, was diese beiden Institutionen angesichts sinkender Zahlen von Eheschließungen und Geburten, dafür steigender Zahl von Scheidungen betreiben; wenn sie rechtzeitig und offen-ehrlich ihren Bankrott erklären würden, wäre der Weg frei und wären allen die Augen geöffnet, wer alleine das Überleben der Ehe und Familie sichern kann: nur die beiden Ehepartner, Vertragspartner, Rechtspersonen, die aus freien Stücken einen Vertrag schließen – der wie jeder gute Vertrag Rechte und Pflichten festhält, aber auch regeln muß, wie man sich wieder trennen könnte. Ein Hoch auf den Liberalen Bökenkamp, der mit viel zu wenig Echo genau dieses vorschlägt.

Und Bibel, Glauben und Gemeinde? Eine christliche Ehe, die um den Beistand Gottes und der Gemeinde bittet, braucht als Gegenüber eine theologisch mündige Gemeinde, die qua Kirchenverfassung zu so einer Aussage und Zusage fähig ist – daher wohl kaum bei römisch-katholisch oder den Landeskirchen zu finden, weil bei den Großkirchen den Gemeinden gar keine theologische Kompetenz zugestanden wird, insofern müssen die  Entwicklungen dort nicht verwundern. Offensichtlich weht der Geist lieber bei den charismatischen, den freien und den Brüdergemeinden – dort wird auch (jung) geheiratet, dort sind auch noch am ehesten Familien mit mehreren oder gar vielen Kindern zu finden – der Anschlußkonkurs der Universitätstheologen folgt zwangsläufig, mindestens für den Bereich von Familie und Ehe und ist im Vorgriff schon veröffentlicht worden: das EKD-Familienpapier ist genau das – eine Bankrotterklärung.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 7. April 2014 von und getaggt mit , , , , , , , .
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