Abtreibung – eine Position aus der AfD

Die Diskussion beim letzten Stammtischtreffen zum Thema Abtreibung hat starke Emotionen ausgelöst. Das ist durchaus verständlich, wenn man unvorbereitet mit diesem heiklen Thema konfrontiert wird. Schließlich ging es um die Frage, ob ein ganzes Volk, oder auch der Einzelne individuell, für die Schuld anderer, bzw. für die Schuld der Vergangenheit haftbar gemacht werden kann, bis sich  dann ein Teilnehmer energisch verbeten hat, mit der Schuld anderer belastet zu werden. Dieser Vorgang veranlasst mich nun in aller Sachlichkeit zu diesem komplexen Thema einige Gedanken zu Papier zu bringen:

Auslöser der Auseinandersetzung war der Diskussionsbeitrag einer Teilnehmerin, das heutige Problem mit mehr als einer Million weitgehend muslimischer Asylsuchenden, innerhalb des Jahres 2015, sei möglicherweise die Folge – oder Strafe – für die Millionen abgetriebener Kinder in den (letzten 20) Jahren seit der (unter bestimmten Voraussetzungen) straffreien Zulässigkeit der Abtreibung. Diese Sichtweise – Zusammenhang zwischen § 218, Demographie-  und Zuwanderungsproblematik – war für mich in dieser Form auch neu.

Für jeden einleuchtend ist, dass wir unser heutiges demographisches Problem nicht hätten, wenn die vielen Millionen abgetriebener Kinder am Leben wären, die dann naturgemäß ebenfalls wieder Nachkommen hätten usw. Kurz, wenn eine größere Kinderfreundlichkeit in unserem Volke selbstverständlich wäre. Die durchschnittliche Kinderzahl liegt heute bei 1,3 Kindern je Frau.

Man höre dazu auf You Tube die Vorträge von Prof. Dr. J. Borchert und  Prof. Dr. Herwig Birg auf den BPT 2013 in Bremen oder lese deren einschlägige Bücher. Dazu nur einige wenige Aussagen von Hr. Prof. Birg: Von den rd. 80 Mill. Bundesbürgern sind inzwischen 16 Mill. mit Migrationshintergrund (Stand 2013). Das sind 20% unserer Bevölkerung! Deutschland hat seit 1970 mehr Zuwanderungen (durchschnittlich 1,0 Mill. / anno) als Geburten ( 600.000 /anno). Die Politik ignoriert die wissenschaftlich fundierten Feststellungen und Empfehlungen o. g. Fachleute vollständig.

Wie lange noch wird es dauern bis Deutschland nicht mehr von wirklich deutscher Bevölkerung geprägt, od. auch regiert sein wird? Wir sehen, selbst wenn die Grenzen heute dicht gemacht würden und die Kinderzahl je Frau auf 2,0 ansteigen würde (was gewiss Wunschdenken bleiben wird), wäre das Problem nicht gelöst. Denn die durchschnittliche Kinderzahl der Zuwanderer ist ein mehrfaches der deutschen Nachkömmlinge. Des Weiteren ist eine wirkliche Migration der vorwiegend muslimischen Zuwanderer aufgrund ihrer vom Koran vorgegebenen Lehre (Unterwerfung der ganzen Menschheit unter Allah, Scharia, islamisches Recht für alle!) nicht zu erwarten. Deutschland schafft sich ab – das bedeutet: Abnehmender Anteil Menschen deutscher Abstammung und damit eine gravierende Veränderung unserer Kultur im Sinne von Islamisierung.

Das sind die rein demographischen Fakten. Aber warum, so muss man fragen, hat sich in unserem Lande eine solche Einstellung in der Gesellschaft ausgebreitet und eine entsprechend verheerende Politik durchgesetzt? Dazu aktuell: Wer hat es unserer Kanzlerin in den Kopf gesetzt, die Grenzen weithin unkontrolliert zu öffnen? Warum ist ein demokratisch gewähltes Parlament nicht in der Lage die gesetzeswidrige Einwanderungspolitik zu unterbinden? Warum wiegt Parteiräson und Koalitionszwang schwerer als bestehendes Gesetz und gesunder Menschenverstand? Man geht weithin davon aus, dass wir es hier mit Verschwörungstheorien zu tun haben; dass etwa Bilderberger od. Freimaurer eine neue Weltordnung planen; dass in diesem Zusammenhang Deutschland als Machtfaktor ausgeschieden werden muss. Fragen über Fragen, für die es keine belastbare Antwort gibt.

Es gibt aber eine sehr plausible Antwort auf die Frage nach der Ursache geschichtsträchtiger Entwicklungen. Die Antwort , die historisch nachprüfbar ist, die sich in der Geschichte häufig wiederholt hat und deshalb auch in unserer Zeit relevant ist, lautet: Politik und Geschichte wird letztlich nicht von Menschen gemacht, sondern von höherer Instanz, von einem lebendigen Gott, dem Schöpfer allen Seins.

Darum beginnt noch immer die Präambel unseres Grundgesetzes (zuletzt geändert am  29. 7. 2009) mit folgenden Worten: In der Verantwortung vor Gott und den Menschen … hat sich das deutsche Volk … dieses Grundgesetz gegeben.  Mit den gleichen Worten – In der Verantwortung vor Gott – beginnt auch der Vorspruch der Landesverfassung von Baden Württemberg (letzte Ergänzung 6. Mai 2008). Noch deutlicher heißt es in Artikel 1 der Landesverfassung: Der Mensch ist berufen … seine Gaben in Erfüllung des christlichen Sittengesetzes … zu entfalten. Und in Artikel 12: Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe … zu erziehen.

Diese verfassungsgemäßen Vorgaben werden von unserer jetzigen rot – grünen Landesregierung total ignoriert (siehe z. B. Bildungsplan 2016, od. den dreistufigen Aktionsplan zur Genderisierung der Gesellschaft). Der Aufschrei dagegen, durch die „Demo für alle“ in Stuttgart, ist recht bescheiden. Für einen Großteil unserer Gesellschaft trifft zu, was beim alttestamentlichen Propheten Hosea geschrieben steht: …. Fluchen und Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhand genommen, Blutschuld reiht sich an Blutschuld, …. – weil keine Treue, kein Erbarmen und keine Gotteserkenntnis im Lande ist (Hosea 4, 1 u. 2).

Umso erfreulicher ist es, dass sich die AfD in der Präambel des Landtagswahlprogrammes zu den christlichen Wurzeln unserer Kultur bekennt.

Wir sehen, wie entscheidend wichtig es ist, dass wir uns auf die christlichen Wurzeln unserer Kultur besinnen. Aber was sind diese Wurzeln und wo finden wir diese? Wir finden sie nirgendwo anders als in der Bibel, die den Anspruch erhebt Gottes Wort zu sein! Dass dies nicht willkürliche menschliche Annahme ist, zeigt die Plausibilität der Bibel, ihre Zutrefflichkeit geschichtlicher Erfahrungen und ihre prophetische Voraussagen, die sich mehr als hundertfach erfüllt haben.1  Wir müssen ehrlicherweise zugeben, dass kein Mensch fähig ist, diesen Maßstab der Bibel vollkommen zu leben. Dennoch sind wir gefordert die Ordnungen der Bibel als verbindlich Vorgaben anzuerkennen. Die Kenntnis und Respektierung der biblischen Ordnungen sind es gewesen, welche die westliche Kultur zur überlegenen, führenden Kraft der Menschheit gemacht hat. Nichtchristen und Atheisten werden diese Behauptung bestreiten. Den Nachweis für die Richtigkeit dieser Aussagen führt z. B. der indische Philosoph Vishal Mangalwadi in hervorragender Weise, besten recherchiert und belegt, in seinem Buch: „Das Buch der Mitte“². Untertitel: Wie wir wurden, was wir sind. Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur. Ebenso auch Francis Schaeffer: „Wie können wir denn leben“³.

Weil Gottes Ordnungen heute nicht mehr wahr genommen, geschweigedenn befolgt werden, wurde Abtreibung, das bedeutet Mord an ungeborenen Kindern, straffrei gestellt, und haben die Abtreibungszahlen in der westlichen Welt so zugenommen. Missbrauch der Sexualität bis hin zu erschreckender Pervertierung, wie er unseren Kindern heute in der Schule nahe gebracht wird4 und noch schlimmer in den zu erwarteten Bildungsplänen vorgesehen ist, treibt ungeahnte Blüten. Als Beispiel sei hier nur eine Äußerung der ehemals grünen Politikerin Jutta Ditfurth angeführt:  Sie erklärte bereits 1988 im Alter von 36 Jahren, ihre zwei Abtreibungen seien für ein “lustvolles, knapp zwanzigjähriges Geschlechtsleben relativ wenig.“ 5 

             Wollen wir allen Ernstes annehmen, dass dies alles nichts mit der Realität des Schöpfers, der das großartige, wunderbare Leben, einschließlich der Sexualität, erdacht und geschaffen hat, zu tun hat? Und dieser Schöpfer wird solch himmelschreiendes Unrecht gewiss nicht ungestraft lassen. Selbst der Agnostiker oder Atheist, der sich einen realen Schöpfergott (noch) nicht vorstellen kann, wird den kausalen Zusammenhang zwischen anti- resp. unbiblischer Ethik und deren negativen Folgen nicht leugnen können. Es gibt sowohl die individuelle Schuld jedes Einzelnen, aber es gibt auch eine Kollektivschuld, deren Auswirkungen auch ganze Nationen treffen wird (siehe vor genannte Literatur 1)). Die Zusammenhänge zwischen konkreter Schuld und konkretem Gericht können wir meist nur erahnen. Dass es diese aber gibt, ist sicher und in der Geschichte nachweisbar. So ist auch der Zusammenhang zwischen fehlorientierter Ethik einerseits und demographischer Katastrophe und Zuwanderung andererseits offensichtlich! Wie sehr bewahrheitet sich doch Gottes Wort, wenn es sagt: Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten (Gal. 6, 7).

Die Bibel zeigt uns aber nicht nur die Zusammenhänge zwischen Schuld und Strafe bzw. Gericht, sondern sie zeigt uns auch die Lösung, die Erlösung aus dem Fluch der Schuld. Weil eben kein Mensch in der Lage ist, die ethischen Anforderungen Gottes, wie sie uns die Bibel vermittelt, zu erfüllen, hat Gott den Fluch, der alle Menschen treffen müsste, selbst auf sich genommen. Er wurde in der Person Jesu Christi Mensch. Und dieser Jesus Christus hat den Fluch des absolut gerechten Schöpfers auf sich genommen.

Die Bibel bei Jes. 53, 5: Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

Diese Prophetie des Propheten Jesaja, bereits 700 Jahre vor Chr. gegeben, hat sich buchstäblich erfüllt, als Christus am Kreuz hingerichtet wurde.

Und diese Erlösung ist keine kollektive Befreiung vom Gericht, sondern eine ganz individuelle. Wer sich ganz persönlich als schuldig erkennt und die von Christus angebotene Vergebung annimmt, erfährt diese Befreiung. Je mehr Menschen aber diese Erlösung persönlich im Glauben annehmen, umso mehr werden die ethischen Auswirkungen davon in der Gesellschaft spürbar werden und zur Heilung des Schadens eines Volkes führen. Genau dies ist das froh machende Evangelium von Jesus Christus, ist das Zentrum christlichen Glaubens. Alles andere ist bestenfalls Religiosität.

Wer dies glaubt, trägt nicht nur zum Wohl der Gesellschaft bei, sondern er selbst hat das Leben für Zeit und Ewigkeit. Wer Jesus nicht hat, der hat das Leben nicht (1. Joh. 5, 12).

Jeder Leser mag selbst prüfen, ob diese biblischen Gedanken sowohl eine persönliche, als auch politische Relevanz haben oder nicht. Für Rückfragen, auch für sachliche  Kritik oder Korrektur bin ich dankbar.

Weinheim, den 17. Febr. 2016     Roland Heppel

1) Dr. Roger Liebi: „Mehr als 175 erfüllte Prophezeiungen“, Verlag Mitternachtsruf, CH Dübendorf, Auflage 2012

2) Das Buch der Mitte; Hrsg. Verlag: fontis – Brunnen Basel, 3. Auflage 2015

3) Wie können wir denn leben; Betanienverlag, 1. Auflage der Neuausgabe 2014

4) ZVL, Flyer, Sexualpädagogik der Vielfalt, 3. Auflage 2015

5) https://charismatismus.wordpress.com

10 Gebote für eine christliche Ehe

  1. Liebe Gott mehr als deinen Ehepartner Matth. 10, 37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
  2. Frauen – ordnet Euch Euren Männern unter Eph. 5, 24 Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen(!).
  3. Männer – ehrt Eure Frauen als das schwächere Geschöpf 1. Petr. 3, 7 „7Desgleichen ihr Männer, wohnt vernünftig mit ihnen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre. Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens, und euer gemeinsames Gebet soll nicht behindert werden.“
  4. Frauen – ehrt Eure Männer wie die heiligen Frauen aus dem AT …1. Petr. 3, 1, 5+6 1Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden,  …  5Denn so haben sich vorzeiten auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten, 6wie Sara Abraham gehorsam war und ihn Herr nannte; deren Töchter seid ihr geworden, wenn ihr recht tut und euch durch nichts beirren lasst. (Theologischer Einwurf des Tippers: ich wußte bisher nicht, daß die Frauen im AT besonders heilig waren – im Gegenteil – sie wurden vlt. geheiligt, weil Gott durch sie gewirkt hat, aber heilig ist was anderes als das, was Tamar, Rahab, Batseba oder Ruth auf der Bühne aufgeführt haben, Eva, Sarah, Rebekka, die Töchter Lots, die Kuschiterin, die Heldin mit dem Alki (Abigajil und Nabal), die dann von David „zur Frau genommen wurde“ – Heldinnen – ja, aber heilig? Nein.)
  5. Männer – liebt Eure Frauen wie Christus die Kirche Eph. 5, 25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben,  
  6. Frauen – entzückt Eure Männer mit sexueller Liebe und gebt Euren Körper freigiebig Eurem Mann, wann immer er Sex braucht 1. Kor. 7, 3-4 Der Mann leiste der Frau, was er ihr schuldig ist, desgleichen die Frau dem Mann. 4Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau. 
  7. Männer – sucht & findet sexuelle Befriedigung im Körper Eurer Frau auf eine gewöhnliche Weise und gebt Euren Körper, wann immer Eure Frau Sex braucht Sprüche 5, 19 Sie ist lieblich wie eine Gazelle und holdselig wie ein Reh. Lass dich von ihrer Anmut allezeit sättigen und ergötze dich allewege an ihrer Liebe.
  8. Männer und Frauen – habt Kinder 1. Mos. 1, 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
  9. Frauen – tragt Kinder aus und hütet das Haus für Eure Männer 1. Tim 5, 14So will ich nun, dass die jüngeren Witwen heiraten, Kinder zur Welt bringen, den Haushalt führen, dem Widersacher keinen Anlass geben zu lästern. 
  10. Männer – sorgt für Nahrung, Wohnung und Schutz für Eure Frauen und Kinder 1. Tim. 5, 8 Wenn aber jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Heide.

Übersetzung aus http://biblicalgenderroles.com/the-10-commandments-of-christian-marriage/

FAZ-Leserbrief vom evangelischen Ethik-Professor: kann Nächstenliebe befohlen werden?

Der emeritierte Professor für Theologische Ethik an der Universität Zürich Dr. Johannes Fischer (sein Blog hier) schreibt in der FAZ vom 15. Februar einen Leserbrief zu der Frage angesichts der Flüchtlingskrise, ob alle Notleidenden dieser Welt unsere Nächsten seien. Dahinter steht die Frage, ob in der Nächstenliebe die Überforderung schon zwingend angelegt ist – dann bräuchte man erst gar nicht anfangen oder könnte sein gesamtes Hab und Gut gleich der Diakonie, Caritas, AWO oder Herrn Schäuble überweisen, je nach persönlicher Vorliebe und sich dann die Kugel geben.

Sozialer und ökonomischer Suizid ist es jedoch nicht, was die Bibel verlangt. Prof. Fischer nennt die Nächstenliebe ein Charisma, eine Gabe, „wozu sich kein Mensch aus eigenem Vermögen bestimmen kann“, was also auch nicht befohlen werden kann.

Sondern es ist eine „Frucht von Gottes Geist … daß jemand die Not eines anderen wahrnimmt und davon so berührt wird, daß sie (die Liebe zum Nächsten) zum Grund und Motiv seines eigenen Tuns wird“. Und er stellt weiter fest und schreibt all den Göring-Eckardts und Bedford-Strohms ins Gebetbuch: „Wer mit der Nächstenliebe moralischen Druck aufbaut, hat von ihr nichts begriffen. Im Widerfahrnischarakter des Nächsten liegt eine heilsame Begrenzung: Nicht alle Menschen sind Nächste, auch nicht alle Notleidenden und Schwachen.“ Wir müssen uns also nicht dem Druck aussetzen, der von „höchsten kirchlichen Repräsentanten für das Reden und Handeln „der Kirchen“ formuliert wird – als wären „die Kirchen“ die ethischen Subjekte, und nicht die Menschen, die ihnen angehören.“

Was ist Kirche? Am Sonntag war ich in einer „Kirche“ von 15 Erwachsenen (und mindestens 10 Kindern), die kein eigenes Gebäude, keinen Oberkirchenrat, keine Kirchensteuer, keine Kirchenordnung mit 370 Seiten braucht. Der Pastor hat sich nicht selbst ernannt, sondern versieht seinen Dienst als Berufung, statt der Ordination bestätigen die Gläubigen eher 50mal als nur 10mal im Gottesdienst Sätze, Feststellungen und Gotteslob von ihm durch ein gemeinsam gemurmeltes oder gerufenes Amen, als Gebäude reicht das Gastrecht im Andachtsraum im Keller eines CVJM, neben Spülküche und Abstellräumen. Der Pastor ist, wie alle Gemeindeglieder (außer einer angeheirateten Frau) schwarz und hat statt Theologie Agrarwissenschaften studiert und arbeitet statt als Zeltmacher eben als Lagerarbeiter. Und täglich gibt’s per whatsapp-Gruppe eine Andacht, „daily devotion“ mit Lesung („word of faith“), Auslegung („Lesson“), Gebet („Prayer of Faith“) sowie „Declaration of Faith“ und „Works of Faith“. Nur selten ist diese Andacht auf fremdem Mist gewachsen, allermeist entsteht sie morgens in der Straßenbahn und im Leergutlager auf der Smartphone-Tastatur und wird ganz frisch morgens zwischen 4.30 und 6.30 Uhr geliefert. Sage mir einer an einer Stelle im Neuen Testament, daß diese kleine autarke Gemeinde keine Kirche sei – sie ist es, genau so wie der Amishen-Familienverbund mit eigenem Bischof und Diakton aus max. 20 – 50 Familien, den ich 1982 in Ohio kennengelernt habe. Nur solche Kirchen mit einer anthropologisch optimalen Gruppengröße von max. 150 Personen können das leisten, was Prof. Moltmann in einem Interview (Link, pdf) als charakteristisch (und attraktiv für Außenstehende!) für Gemeinden nennt. Seine Jakobuskirche in Tübingen oder die Pfingstgemeinde seines Freundes in Korea mit 800.000 Mitgliedern und 55.000 Hauskreisen halte ich für eine Ausnahme, einen Glücksfall, auf jeden Fall ein Geschenk Gottes – aber nichts, was wir als Größe dringend anstreben müssen.

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Was bereuen Mütter? SZ zu Regretting Motherhood

Nur zum Festhalten: Artikel in der Süddeutschen zu bereuenden Müttern, dem Medienhype dazu und ein Buch von einer deutschen Soziologin dazu: „Wenn Muttersein nicht glücklich macht.“
Was nicht auf dem Lehrplan für Soziologen (Soziologinnen bräuchten es noch mehr) steht: Muttersein ist nicht die Realisierung von schönen Vorstellungen aus Landlust, Eltern und der VW-Bus-Werbung . Mutterschaft ist nicht das Programm, um die an sich schon guten Lebensbedingungen im besten Alter zwischen 18 und 28 noch weiter und am besten auf ein Dauerhoch zu steigern; Mutterschaft ist nicht der Plan zur Befriedigung von Glückszielen einer Generation, die so gut aufgewachsen und mit so vielen Möglichkeiten (Reisen, Studieren, Arbeitsmarkt der letzten Jahre, Erasmus, Auswandern etc.) wie noch keine vor ihr ist.

Wie wäre es, wenn es nicht nur um die Erfüllung von eigenen Wünschen und Plänen, sondern um die Erfüllung von Gottes Plänen ginge? „Seid fruchtbar und mehret euch“ ist der erste Satz, den Gott zu den Menschen sagt – wenn man der Chronologie der Bibel folgt. Fulfilling Motherhood vs. Regretting Motherhood – was klingt schöner? Und was gibt es zu bedauern, wenn frau Gottes Plänen folgt? Und der Mann dazu seine Rolle mit Liebe zu Gott und zur Frau ausfüllt?

Bild aus diesem VW-Werbevideo.

Die Kirchen und die Flüchtlinge – zwei Predigten und eine Resolution der Europäischen Evangelischen Allianz. Gott schreibt die Geschichte.

“Denn das weltliche Regiment gehet mit ganz anderen Sachen um als das Evangelium, weltliche Gewalt schützt nicht die Seele, sondern Leib und Gut gegen äußerliche Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Strafen. Darum soll man die zwei Regimente, das geistliche und das weltliche, nicht ineinander mengen und werfen.” So steht es im 28. Artikel des Augsburger Bekenntnisses, der Confessio Augustana (in theologischen Schriften oft mit CA abgekürzt), der mit “Der Bischöfe Gewalt” überschrieben ist.

Damit sind gleich zwei Pflöcke eingeschlagen, a) daß die Hauptaufgabe des Staates die Sicherheit seiner Bürger, der Schutz des Eigentums seiner Bürger und der Grenzen des Landes (“äußerliche Gewalt”) ist und b) die Kirchen sich aus diesen Fragen heraushalten sollen.

Nach einer Predigt des evangelischen Dekans Marcus Keinath in Reutlingen am 20. Sept. 2015, in der dieser bis zum Wort “Dunkeldeutschland” die meisten Positionen der Regierung und der Medien aus dem August übernahm, schrieb ich ihm eine Mail mit den folgenden zwei Kernsätzen: a) “Was geben wir an bürgerlichen und geistigen Freiheiten, Ressourcen, Sicherheit auf, wie rechtfertigen wir es, daß unsere Kinder wegen der aktuellen Politik von all dem weniger haben werden als wir?” und b) “… diese beiden (zwei muslimische Mitarbeiter) haben mich den Unterschied gelehrt zwischen der Person, der meine Achtung und Nächstenliebe gilt und den Ideologien und religiösen Überzeugungen dieser Einwanderer, vor denen wir uns in Acht nehmen und denen wir, meine ich, überzeugt Contra geben müssen – da fühle ich mich von den Kirchen mit ihrer appeasement-Politik dem Islam gegenüber im Stich gelassen.” Das Augsburger Bekenntnis ist von sieben Herzögen, Fürsten und Grafen und von den Bürgermeistern und Räten von zwei Städten unterschrieben: Nürnberg und Reutlingen – das waren noch Zeiten, auf so hoher Ebene konnte Reutlingen später nie mehr verhandeln und Geschichte machen, weder politisch noch theologisch!

Die Europäische Evangelische Allianz benennt zwar das aktuelle Geschehen (“Bestehende Regeln und Gesetze werden unbeachtet gelassen. Staaten sind überfordert, und die ethnische und religiöse Zusammensetzung unserer Länder wird für immer verändert.”) in ihrem aktuellen  Papier “Aufruf zum Handeln an die Evangelikale Bewegung in Europa Appell der Generalversammlung der Europäischen Evangelischen Allianz zur Flüchtlingsfrage” (hier), schreckt aber vor der Wahrheit zurück – “Gesetze unbeachtet gelassen” nennt man normalerweise Gesetzesbruch oder Verbrechen. Und sie gebraucht das Wort Invasion – freilich nur für Ereignisse in ferner Vergangenheit – ob es das in unseren Zeiten nicht mehr gibt? Sie fordert uns pauschal auf “Fremde willkommen zu heißen” ohne weiter zu differenzieren zwischen Gast, Besucher, Hilfebedürftigem, Eindringling, Besatzer – wo in der Bibel, in der ganzen Geschichte und wo in der Welt heute gibt es das, daß illegal eingereiste Ausländer mehr Rechte haben und mehr finanzielle Unterstützung bekommen als Bürger des eigenen Landes? Dass Sozialhilfe für (sowohl Kriegs- als auch Wirtschafts-) Flüchtlinge höher ist als die Rente von vielen Leuten, die jahrzehntelang dafür gearbeitet und eingezahlt haben? Die Nächstenliebe ist ein Gebot Gottes an den Einzelnen – aber sie kann nicht vom Staat per Zwang verordnet werden, es sei denn, der Staat schwingt sich in die Rolle Gottes auf.

Daß ein evangelischer Prediger auch zu gänzlich unterschiedlichen Ansichten kommen kann und damit in wahrhaftige Opposition zum Zeitgeist, zeigen diese zwei Predigten von Jakob Tscharntke von der Evangelischen Freikirche Riedlingen a) “Der Christ und der Fremde” (hier der Link zur Audio-Datei) und b) “Wie gehen wir als Christen mit der Zuwanderungsproblematik um?” (hier). Nachtrag: hier gibt es die eine Predigt als pdf. Herr Soldt von der FAZ in Stuttgart gibt seine guten journalistischen Grundsätze auf, wenn er seinen Artikel über diese Predigt suggestiv und ohne kausalen Zusammenhang schließt mit: “Vor zwei Wochen schmierten Unbekannte Hakenkreuze an eine Flüchtlingsunterkunft im Ort.” 

Nachtrag: “Der ehemalige Ravensburger Pfarrer Stefan Weinert hat Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung gestellt.” (Schwäbische Zeitung hier). Apokalyptische Verhältnisse:  Matth. 10, 17 ff: Es wird aber ein Bruder den anderen zum Tode ausliefern … und Lukas 21, 8 ff: Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden ausgeliefert werden.

Nachtrag II: Sehr nachdenklich macht dieser Text von Zeltmacher-Nachrichten“Ist der Islam souverän oder Gott? Der tote Mohammed oder der auferstandene Jesus Christus? Vor wem und vor was soll ich mich fürchten? „Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!“ (Mt 10:28)

Die nächste Frage stellt sich: Können wir den Islam überhaupt „rauswerfen“, haben wir die Macht dazu? Oder ist es nicht Gott selbst, der die Geschichte schreibt? Lehrt das nicht die Bibel, wozu sonst wurde das Buch Daniel geschrieben? Und die zwei Bücher der Könige? Hatte Gott damals nicht die Assyrer und Babylonier gebraucht, um Israel zu schlagen? Was war die Ursache dafür? Und was war die Lösung? Was haben damals die Propheten gepredigt?

„Siehe, ich werde über diese Stadt und über alle ihre Städte all das Unheil bringen, das ich gegen sie geredet habe; denn sie haben sich hartnäckig geweigert, auf meine Worte zu hören!“

– Jeremia 19:15

Sieht eigentlich keiner den offensichtlichen Zusammenhang zwischen dem geistlichen Verfall im Land der Reformation und der politisch-gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes? Keinen Zusammenhang zwischen den lauwarmen, bibelkritischen, zeitgeistlichen, erkenntnis-, hingebungs- und besucherlosen Gottesdiensten und der Islamisierung? Keinen Zusammenhang zwischen den Abtreibungen, der Geldgier, der Ausbeutung auf dem Kapitalmarkt, der Kälte in Familie und Nachbarschaft, der Scheidungsrate, den Pornobildern auf seinem Bildschirm und dem obigen Spruchband über der Autobahn?”

Dort auch der Hinweis auf zwei Artikel aus der christlichen Zeitschrift TOPIC, die ich bisher nicht kannte.

Verpasste Chance: Predigt über Mark. 10, 1-9 „Von der Ehescheidung“

Am 20. Sonntag nach Trinitatis, 18. Oktober 2015, Predigt in der Marienkirche Reutlingen, Dekan Marcus Keinath, Schriftlesung Johannes 8, 1-11 (Jesus und die Ehebrecherin – „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“). Lieder:
451 Mein erst Gefühl sei Preis und Dank (als Morgenlied)
295 Wohl denen, die da wandeln (Psalm 119, den er bei der Begrüßung erwähnte)
590 Gott, wir preisen deine Wunder (im Regionalteil des Gesangbuchs bei den Trauungs-Liedern)
390 Erneure mich, o ewigs Licht (im Gesangbuch unter „Umkehr und Nachfolge)

Schade: ich habe jahrelang auf eine Predigt zum Thema Ehe und Familie gewartet – und dann kein Wort zur christlichen Haustafel vs. Zeitgeist „Feminismus“, zu Familie und Kindern, kein Wort zum EKD-Familienpapier, kein Wort zur demographischen Katastrophe, zu Abtreibungen, zum Recht der Frau auf Kinder im AT, zur Pflicht des Mannes zur Versorgung. Leider gibt es die Predigten nicht standardmäßig auf einer Webseite zum Abruf – bei Nachfrage kann man die Pfarrer in Verlegenheit bringen, eine Pfarrerin fühlte sich einmal verpflichtet, ihre Predigt nachträglich noch zu tippen, die sie nur von handschriftlichen Notizen gehalten hatte.